Bobath Konzept & Dreidimensionale Skoliosetherapie
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Jürgen Meier

Bobath Konzept & Dreidimensionale Skoliosetherapie

Bobath Konzept

Das Bobath-Konzept ist eine der am weitesten verbreiteten Therapieformen zur Behandlung von Menschen mit neurologischen Störungen. Namensgeber des Konzepts sind die Physiotherapeutin Berta Bobath und der Neurologe und Psychiater Dr. Karel Bobath. Das Ehepaar entwickelte in den Vierzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts ein Behandlungskonzept, das auf empirischen Erfahrungen in der Behandlung von Schlaganfallpatienten beruhte. Sie beschrieben als Erste, wie pathologisch veränderte Haltungs- und Bewegungsmuster beeinflussbar sind – daraus entstand ein interdisziplinäres Konzept, zu dem Mediziner, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden beitrugen. Bis heute wird das Bobath-Konzept weiterentwickelt und orientiert sich stets am aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Die Behandlung nach dem Bobath-Konzept
Unsere Behandlung nach dem Bobath-Konzept richtet sich an Erwachsene mit angeborenen oder erworbenen Störungen des Zentralnervensystems, mit sensomotorischen Auffälligkeiten, kognitiven Beeinträchtigungen und anderen neurologischen Erkrankungen.

In die Therapie werden Patient und seine Angehörigen einbezogen. Aufgrund der Diagnose erstellen wir einen individuellen Befund – im Vordergrund stehen dabei die Möglichkeiten und Fähigkeiten des Betroffenen im alltäglichen Leben. Während der gesamten Behandlung werden Fortschritte und Veränderungen beobachtet und die Therapie entsprechend angepasst. Diese dichte Begleitung des Patienten ist wichtig für die interdisziplinäre Zusammenarbeit von betreuenden Ärzten und Therapeuten.

Ziel der Therapie ist es, für eine größtmögliche Selbstständigkeit des Patienten in seinem Lebensumfeld zu sorgen. Wesentliche Bestandteile sind dabei, zentrale Wachheit und Aufmerksamkeit der Betroffenen zu aktivieren: Berührungen und Bewegungen, aber auch Anregungen im akustischen, optischen Geruchs- und Geschmacksbereich werden gezielt ausgesucht und angeboten. Wir wählen für den Lernprozess Alltagssituationen aus – so kann der Patient direkt umsetzbare Handlungskompetenzen entwickeln. Wir unterstützen ihn dabei mit therapeutischen Techniken.

Im Bobath-Konzept gibt es keine standardisierten Übungen. Die Therapie richtet sich ganz daran aus, welche Fähigkeiten der Patient mitbringt und welche er erlernen möchte und kann. Dies betrifft Bereiche wie Kommunikation, Nahrungsaufnahme, Körperpflege, An- und Auskleiden, Fortbewegung, Spiel und Beschäftigung. Unsere Aufgabe als Therapeuten sehen wir darin, die spezifischen Erfordernisse herauszufinden – wenn immer möglich gemeinsam mit dem betroffenen Menschen und den ihn betreuenden Personen –, vorhandene Fähigkeiten zu fördern und neue Kompetenzen entwickeln zu helfen. Unser Ziel ist immer die größtmögliche Unabhängigkeit des Patienten.

In unserer Praxis bieten wir das gesamte Spektrum des Bobath-Konzeptes für Erwachsene an.

Dreidimensionale Skoliosetherapie

Skoliose ist eine Verbiegung der Wirbelsäule zur Seite bei gleichzeitiger Verdrehung der Wirbel, sodass die Wirbelsäule nicht mehr durch die Muskelkraft aufgerichtet werden kann. Sie bildet dabei mehrere Bögen, die sich gegenseitig kompensieren, um das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten (S-Form). Die Skoliose beim Menschen wurde schon in der Antike vom griechischen Arzt Hippokrates beschrieben und behandelt.

Was ist die Dreidimensionale Skoliosetherapie?
Die Dreidimensionale Skoliosetherapie wurde von Katharina Schroth, die selbst an einer Skoliose erkrankt war, entwickelt und später von ihrer Tochter Christa Lehnert-Schroth weiterentwickelt. Sie gründeten in den Zwanziger- und Fünfzigerjahren Institute zur Behandlung der Skoliose und entwickelten eine Therapieform, die bis heute einen der weltweit erfolgreichsten Ansätze darstellt.

Dabei wird den betroffenen Kindern oder Erwachsenen ein Gefühl für die Krümmung ihrer Wirbelsäule vermittelt – vor dem Spiegel und mit Gewichts- und Berührungsreizen. Mit speziellen Übungen werden überdehnte Muskeln gekräftigt, damit sie den verdrehten Wirbeln mehr Zug entgegensetzen können, und die gesamte Wirbelsäule wird gestreckt und korrigiert. Mit der sogenannten Drehwinkelatmung, einem wichtigen Baustein der Behandlung, werden gestörte Atemmuster korrigiert. Da die Skoliose eine Wirbelsäulendeformität mit fortschreitendem Verlauf darstellt, ist eine Stabilisierung oder Reduzierung der Verkrümmung das vorrangige Ziel der Behandlung. Die Therapie verbessert die Atmung und lindert Schmerzen.

Wir untersuchen in unserer Praxis die Krümmungsmuster der Wirbelsäule und konzipieren daraufhin einen individuellen Trainingsplan, nach dem wir mit dem Patienten in unserer Praxis üben. Mittelfristig kann und sollte der Patient die Übungen selbstständig zu Hause weiterführen, um einer weiteren Verkrümmung langfristig entgegenzuwirken. (Jürgen Meier)