Beratungsförderprogramme

Existenzgründer und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen können eine ganze Reihe von Beratungs-Förderprogrammen nutzen. Sie erhalten hierbei in der Regel einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent, wenn sie einen selbstständigen Berater mit einer Gründungs- oder Unternehmensberatung beauftragen.
Die IHK informiert über diese Programme, führt Kontaktgespräche, nimmt die Antragsunterlagen entgegen und leitet sie an die jeweiligen Vergabestellen weiter. Das Beratungsprogramm Wirtschaft NRW (BPW) richtet sich an Existenzgründer, die ihr Gewerbe noch nicht gegründet haben, sondern sich noch in der Vor-Gründungsphase befinden. Das Gründercoaching Deutschland (GCD) ist für bereits gegründete Unternehmen bis zum fünften Jahr ihres Bestehens gedacht, also auch für Existenzgründer direkt nach der Gründung. Die Potenzialberatung NRW soll kleine und mittlere Betriebe, die mindestens fünf Jahre bestehen, in die Lage versetzen, ihre Wettbewerbs- und Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern. Zur Themenpalette müssen die Handlungsfelder Arbeitsorganisation, Arbeitszeit, Personalentwicklung und Gesundheit bei der Arbeit gehören. Das Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm NRW (RWP NRW) richtet sich ebenfalls an Unternehmen, die länger als fünf Jahre existieren. Anders als bei der Potenzialberatung können hier auch rein betriebswirtschaftliche Fragestellungen bearbeitet werden. Der »Runde Tisch« der KfW-Bank soll bestehenden Unternehmen helfen, die aufgrund einer nicht erwartungsgemäß verlaufenden wirtschaftlichen Entwicklung in ernsthafte Schwierigkeiten geraten sind, obwohl sie gute Marktchancen haben.

Michael Kracht,
IHK Leverkusen / Rhein-Berg
Telefon 02171 49 08 902
Ausbildung trotz(t) Wirtschaftskrise
Die Ausbildungssituation war selten so widersprüchlich wie derzeit. Trotz Wirtschaftskrise liegt das Ausbildungsstellenangebot der Unternehmen im IHKBezirk Köln auf dem hohen Vorjahresniveau, gleichzeitig geht die Anzahl der bei den Agenturen für Arbeit gemeldeten Ausbildungsplatzsuchenden deutlich zurück. Erste Auswirkungen zurückgehender Schülerzahlen werden spürbar. Weiterhin hat die Wirtschaftskrise Schüler und Eltern nachhaltig verunsichert: Ist der Weg in die Ausbildung in einem Unternehmen der richtige? Oder wird das Unternehmen in kurzer Zeit von einer Insolvenz betroffen? Auch große Namen bieten ja kaum noch eine Sicherheit in den Augen der Öffentlichkeit.
Nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern können Unternehmen Karriere machen. Daher ist nachhaltig aufgestellten Unternehmern die Sicherung des Fachkräftenachwuchses wichtiger als die kurzfristige Perspektive. Sie wissen: Wer jetzt nicht ausbildet, steht nach der Krise ohne Fachkräfte da.
Um auch weiterhin qualifizierte und motivierte junge Menschen für die berufliche Aus- und Weiterbildung gewinnen zu können, müssen sich Unternehmen zunehmend etwas einfallen lassen. Schon früh in den allgemeinsbildenden Schulen gilt es, den Kontakt aufzubauen. Durch unterschiedliche Instrumente – wie zum Beispiel KURS-Partnerschaften – wird hier ein Weg geebnet. Die Gemeinschaftshauptschule und die Städtische Realschule in Rösrath unterhalten konkrete Partnerschaften mit dem Rösrather Möbelzentrum und der Kreissparkasse Köln. Ziel ist es, durch Maßnahmen in der Schule und in den Unternehmen einen Einblick in die betriebliche Praxis zu geben. Für die Unternehmen bedeutet dies jedoch auch, schon frühzeitig Jugendliche für eine Ausbildung und einen Karriereweg im Unternehmen gewinnen zukönnen. Weitere interessierte Schulen und Unternehmen sind bei dem von den IHKs Köln, Bonn und Aachen finanzierten und von der Bezirksregierung Köln unterstützten Projekt herzlich willkommen.

Gregor Berghausen, IHK
Geschäftsführer
Aus- und Weiterbildung
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