Vorsorge-Check für Kinder
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Dr. Peter Schicker

Vorsorge-Check für Kinder

Ab welchem Alter ist ein Besuch beim Kieferorthopäden sinnvoll?
Dr. Schicker: Viele Eltern sind immer noch der Meinung, dass ein Besuch beim Kieferorthopäden erst dann sinn­voll ist, wenn alle Milchzähne des Kindes ausgefallen und die bleibenden Zähne alle durchgebrochen sind. Das ist aber heute nicht mehr Stand der Wissen­schaft. Ein Vorsorge-Check sollte im Alter zwischen sechs bis acht Jahren erfolgen. Dazu ist übrigens keine Überweisung vom Kinderarzt oder Zahnarzt erforderlich. Bei der Erstuntersuchung überprüfe ich, ob die Gebissentwicklung regelrecht verläuft oder ob bereits funktionelle Störungen vorliegen, die den Lippenschluss, die Atmung und die Zunge betreffen und zu Zahn- und Kieferfehlstellungen führen können. Ich kann auch schon erkennen, ob die Zähne später zu wenig Platz haben werden. Nach der Erstuntersuchung ermöglichen regelmäßige Kontrolltermine beim Kieferorthopäden, den optimalen Behandlungszeitpunkt zu bestimmen.

Was sind die Vorteile eines Vorsorge-Checks?
Eine rechtzeitige Diagnose stellt die Weichen für eine spätere schonende Therapie. Die Behandlung wird einfacher und kürzer, und meist ist es dann auch nicht mehr notwendig, bleibende Zähne zu ziehen. Wobei ich dazu sagen muss, dass sich manche Probleme auch einfach auswachsen, was allerdings nur der Kieferorthopäde wirklich beurteilen kann, der als Facharzt eine vierjährige Zusatzausbildung auf diesem hochkomplexen Gebiet gemacht hat. Als Kieferorthopäde habe ich das Gesamt- ­­sys­tem Körper im Blick. Ich achte auf die Aussprache, die Haltung, den Gang oder die Ernährungsgewohnheiten der Patienten, um zu erkennen was hinter Fehlstellungen und Funktionsstörungen steckt.

Ab welchem Alter beginnt meist eine Regulierung bei Kindern?
In den meisten Fällen liegt der Behandlungsbeginn im Alter zwischen neun und elf Jahren. Generell stehen uns dabei für eine Therapie sowohl lose als auch feste Zahnspangen zur Verfügung. Auch die nahezu unsichtbaren Aligner, beliebt bei Erwachsenen, sind für Kinder und Jugendliche eine gute Option, und das nicht nur wegen der Ästhetik. Diese herausnehmbaren Zahnschienen tragen sich viel angenehmer als klassische festsitzende Spangen und sind auch besonders zahnschonend. Sie erfordern aber auch eine gewisse Tragedisziplin.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit den betreuenden Zahnärzten aus?
Mit den behandelnden Zahnärzten stehe ich immer in Kontakt, um gemeinsam Therapien abzusprechen und zu koordinieren. Der interdisziplinäre Ansatz ist wichtig für ein optimales Behandlungsergebnis. Denn am Ende sollen die Kinder und Jugendlichen nicht nur schöne gerade, sondern vor allem auch gesunde Zähne haben.