Vertrauensvolles Miteinander von Arzt und Patient
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Dr. Peter Schicker

Vertrauensvolles Miteinander von Arzt und Patient

Muss ein guter Kieferorthopäde auch ein guter Berater und Zuhörer sein?

Dr. Schicker: Auf jeden Fall. Ein guter Kieferorthopäde nimmt sich genug Zeit für den Patienten, um ihn aufzuklären, zu beraten und so zu informieren, dass er eine gut begründete Entscheidung treffen kann, ganz ohne Druck. Kommunikation hat also eine enorme Bedeutung.

Und so läuft das in der Praxis. Ich untersuche Zähne, umliegende Muskulatur und Kiefergelenk, um zu klären, ob eine kieferorthopädische Behandlung notwendig ist. Auf dieser Grundlage erkläre ich die verschiedenen Therapiemöglichkeiten, schätze die Dauer der Behandlung ein sowie die Kosten. So ein erstes Beratungsgespräch dauert mindestens 30 Minuten, meistens sogar länger. Alle offenen Fragen des Patienten sollen hier in verständlicher Sprache beantwortet werden. Nachhaken, Nachfragen ist bei uns sehr erwünscht. Geht es um Kinder, gehört es für uns dazu, die Kids direkt anzusprechen, sie ernst zu nehmen und nicht nur mit den Eltern über das Kind zu reden. Wichtig ist auch, dass ich am Ende Alternativen aufzeige, die ich mit dem Patienten und den Eltern auf Augenhöhe diskutieren kann.

Viele Patienten kommen schon mit gewissem Vorwissen in die Arztpraxis. Ist das Fluch oder Segen?

Die Zeiten, in denen der Arzt so eine Art Audienz abhält, sind doch längst vorbei. In erster Linie bietet der gut informierte Patient eine Chance, dass wir gemeinsam die für den Patienten beste Therapieentscheidung treffen können. Ist der Patient mit Vorwissen gerüstet, ermöglicht das ein vertieftes und sachliches Gespräch. Dieser Patient weiß dann auch besser, welche Fragen er mir stellen will. Wenn er sich dann zu einem bestimmten Behandlungsweg entschließt, trägt er auch wesentlich motivierter seinen Teil zum Gelingen bei. Es ist also gut, wenn der Patient genug Informationen mitbringt, um mich als Arzt auch zu verstehen und meine Behandlungsvorschläge nachzuvollziehen.

Viele informieren sich über das Internet, Stichwort Dr. Google. Wie ist das zu bewerten?

Dass sich Menschen heute mehr für Gesundheitsthemen interessieren und dabei im Internet recherchieren, ist erst einmal ein Fakt, mit dem wir Ärzte umgehen müssen. Allerdings prasseln die Medizininfos von »Doktor Google« völlig ungefiltert auf die Ratsuchenden ein. Laien können ihren Wahrheitsgehalt oder ihre Seriosität aber kaum überprüfen. Um die Informationen richtig einzuordnen und auch auf die jeweilige Situation des Patienten anpassen zu können, braucht auch der informierte Patient letztlich den Besuch beim Facharzt, der dann auch vorgefertigtes Wissen, wenn nötig, korrigiert.