Vorsorge beim Kieferorthopäden
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Je früher, desto sanfter

Vorsorge beim Kieferorthopäden

In welchem Alter ist ein Besuch beim Kieferorthopäden sinnvoll?
Noch immer kursiert die Vorstellung, ein Besuch beim Kieferorthopäden mache erst Sinn, wenn alle bleibenden Zähne durchgebrochen sind, das ist aber heute nicht mehr Stand der Wissenschaft, zumal sich auch die uns zur Verfügung stehen­den Behandlungsmethoden verändert haben. Eine erste Untersuchung sollte deshalb im Alter zwischen sechs und acht Jahren erfolgen. Bei Sprach- oder Funktionsstörungen sollten Kinder aber auch schon früher zum Kieferorthopäden gehen. Wir prüfen in diesem Alter den Stand der Zähne und des Kiefers, ob die Gebissentwicklung regelrecht verläuft oder ob bereits Ein­flüsse vorliegen, die die Entwicklung beeinträchtigen. Wir können auch schon erkennen, ob später einmal die Zähne zu wenig Platz im Kiefer haben werden. Nach der Erstuntersuchung ermöglichen regelmäßige Kontrolltermine dem Kieferorthopäden, den optimalen Behandlungszeitpunkt zu bestimmen.

Was sind die Vorteile einer frühzeitigen Kontrolle?
Bei rechtzeitiger Diagnosestellung können besonders gut die Weichen für eine spätere extraktionsfreie und schonende Therapie gestellt werden, mit anderen Worten, es ist dann meist nicht notwendig, gesunde, bleibende Zähne zu ziehen. Die Behandlung wird einfacher und kürzer. Wobei ich dazu sagen muss, dass nicht jeder Kreuzbiss behandlungsbedürftig ist und manche Probleme sich auch einfach auswachsen, was allerdings nur der Kieferorthopäde wirklich beurteilen kann.

Ab welchem Alter ist eine Regulierung sinnvoll?
In den meisten Fällen liegt der Behandlungsbeginn bei Kindern im Alter zwischen neun und elf Jahren. Vor der Pubertät sind Kinder meist noch motivierter und kommen besser mit einer Zahnspange klar. Außerdem kann der optimale Zeit­punkt des Körperwachstums zur Korrektur von Kieferfehlstellungen genutzt werden. Eine Therapie ist zwar auch später möglich, kann dann aber eventuell länger dauern. Für Teenager gibt es heute spezielle Systeme, welche nahezu unsichtbar sind und die Aussprache nicht stören.

Wie wichtig ist Ihnen die Zusammenarbeit mit den betreuenden Zahnärzten?
Wir arbeiten Hand in Hand mit den behandelnden Zahnärzten, um gemein­sam Therapien abzusprechen und zu koordinieren. Der interdisziplinäre Ansatz ist wichtig für ein optimales Behandlungs­ergebnis. Denn am Ende sollen die Kinder und Jugendlichen nicht nur schöne gerade, sondern vor allem auch gesunde Zähne haben.

Den richtigen Arzt finden

Nicht jeder Zahnarzt, der kieferorthopädische Behandlungen anbietet, ist auch Kieferorthopäde. Diesen Titel darf nur tragen, wer eine mindestens drei­jährige, ganztägige Weiterbildung und Prüfung im Fachgebiet Kieferorthopädie abgeschlossen hat. Diese Spezialausbildung muss in einer kieferorthopädischen Fachpraxis und in einer kiefer­orthopä­dischen Universitätsklinik erfolgen.

Im Gegensatz dazu kann jeder Zahnarzt den Titel Master of Science für Kieferorthopädie nebenberuflich zum Beispiel an einer österreichischen Akademie in 45 Tagen erwerben. Auch ein Mindestarbeitsjahr an einer Universitätsklinik ist hier nicht erforderlich. Für den beliebten Zusatz auf dem Praxisschild Tätigkeitsschwerpunkt Kieferorthopädie ist keine Ausbildung mit abschließender Prüfung notwendig. Fragen Sie vor Behandlungsbeginn Ihren Arzt!