Kieferregulierung bei Erwachsenen
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Kieferorthopädie

Kieferregulierung bei Erwachsenen

Warum ist eine kieferorthopädische Behandlung auch im Erwachsenenalter sinnvoll?
Dr. Schicker: Fehlstellungen von Kiefer und Zähnen sind auch selbst in diesem Alter keine Seltenheit und haben Einfluss auf andere Körpersysteme wie das Verdauungs- oder in komplizierten Fällen auch das Herz-Kreislauf-System. Es geht hier also um eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen und seiner Gesundheit. Sind Zahnfehlstellungen vorhan­den, stimmt der Biss nicht, kann das langfristig zu Kiefergelenksbeschwer­den, Kopfschmerzen, Tinnitus, Zahnfleischerkrankungen oder Kieferknochen­erosion füh­ren. Das wichtigste Argument für eine Behandlung als Erwachsener ist also das körperliche Wohlbefinden. Ich habe in meiner Praxis viele Erwachsene behandelt. Meist erkenne ich bereits ohne komplizierte Funktionsdiagnostik, wo die Probleme liegen. Hinweise auf eine Erkrankung des Kausystems und der Kopf-Nacken-Partie geben oftmals die Körperhaltung oder auch die Sprache des Patienten.

Es geht also bei der Behandlung von Erwachsenen nicht um reine Ästhetik?
Das Gleichgewicht aus Funktion, Stabilität und Ästhetik ist wichtig, das ist das übergeordnete Ziel und die beste Prophylaxe gegen Zahnerkrankungen. Schöne Zähne, die für Attraktivität und Gesundheit stehen, stellen sich bei einer optimalen Zahn- und Kieferfunktion also von alleine ein, als toller Nebeneffekt sozusagen.

Ist eine Zahn- und Kieferregulierung im Erwachsenenalter schwieriger?
Zähne lassen sich bis ins hohe Alter bewegen. Uns Fachärzten steht dafür heute eine solche Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, dass eine Therapie bei Erwachsenen mit so gut wie keinerlei Einschränkungen in Sachen Komfort, Ästhetik und Lebensqualität machbar ist. Manche Neuentwicklung ist sogar ganz auf Erwachsenenbehandlung ausgerichtet. Wichtig dabei ist, Kiefer- und Zahnstellung nicht isoliert zu betrachten. Wenn Zähne einfach nur begradigt werden, ohne zu berücksichtigen, was sich dabei im Kiefer abspielt, ist das kritisch. Deshalb sollte eine Behandlung auch nur vom Facharzt für Kieferorthopädie gemacht werden.

Sie setzen dabei auch auf ein medizinisches Netzwerk. Was heißt das genau?
Ich arbeite nicht nur eng mit verschiedenen Ärzten und Therapeuten zusammen, sondern treffe mich auch regelmäßig mit interessierten Kollegen anderer Fachdisziplinen. Wir tauschen uns aus und bringen uns gegenseitig auf unseren Fachgebieten auf den neusten Stand. Das steigert die Versorgungsqualität – gut für den Patienten.

Das Interview führte Sigrun Stroncik